08.10.16 - 2:2 in Offenburg - Doppeltes NSU-Comeback bringt Punktgewinn
 

In einer intensiven und teilweise hoch emotionalen Begegnung errang Oberligist Neckarsulmer Sport-Union beim starken Mitaufsteiger Offenburger FV einen verdienten Punkt. Das 2:2 im schmucken Karl-Heitz-Stadion war bereits das vierte Spiel ohne Niederlage für die Pichterich-Elf. Hätte das Spiel einen Sieger haben müssen, es wären die Gäste aus Neckarsulm gewesen. Doch NSU-Coach Thorsten Damm konnte auch mit dem Remis gut leben: „Es war unser erklärtes Ziel, mit einem Punkt im Gepäck die Heimreise anzutreten. Das haben wir geschafft.“ Dennoch gab es abermals einen Neckarsulmer Wermutstropfen in Form einer Kopfverletzung, diesmal erwischte es Philipp Seybold.

Noch kurz vor der Abfahrt ins Südbadische wusste der Thorsten Damm nicht, wie seine Startelf aussehen würde. Neben dem sicheren Ausfall von Steven Neupert stand zudem hinter dem Einsatz von sieben weiteren Akteuren ein dickes Fragezeichen. „Wir haben am Freitag eine Liste erstellt auf der wir alle Spieler notierten, die sicher über 90 Minuten zum Einsatz kommen können. Ironischerweise war Philipp einer der wenigen, dessen Name darauf stand.“ Doch in ebenjenen Philipp Seybold rauschte in der 14.Minute mit voller Wucht der Offenburger Keven Feger. Das Resultat für den Neckarsulmer Defensivakteur: Eine rund 5 Zentimeter lange Wunde am Kopf, die im Krankenhaus getackert wurde. Gute Besserung, Philipp! Auch den Offenburger hatte es schwer erwischt: Er erlitt eine Kopfwunde, ein zugeschwollenes Auge sowie mehrere Brüche an der Hand. Wir wünschen Keven Feger ebenfalls schnelle Genesung.

Zu diesem Zeitpunkt lief die Sport-Union bereits einem ärgerlichen Rückstand hinterher, keine 90 Sekunden waren gespielt, als das Heimteam in Führung ging. Die NSU erwies sich dabei als großzügiger Gast und gewährte den Offenburger im Zentrum viel zu viel Raum, den Kapitän Marco Petereit nach vorherigem Doppelpass eiskalt zum 1:0 nutzte.

Die Sport-Union war in der Folge um den frühen Ausgleich bemüht, Pascal Marche (4.) und Marc Schneckenberger per Hacke (6.) verpassten gute Chancen. Allerdings taten sich die Gäste zunächst weiterhin schwer, den dynamisch und variabel agierenden Offenburger Angriff in den Griff zu bekommen. So musste NSU-Goalie Marcel Susser sein ganzes Können aufbieten, um in der 12. Minute gegen den durchgebrochenen Max Chrobok im Eins-gegen-Eins das 2:0 zu verhindern. In der 24. Minute forderten die Gastgeber dann nach einer Rettungstat von Sebastian Kappes Handelfmeter. Die Begegnung wurde nun erheblich emotionaler, auch von den beiden Ersatzbänken flog der ein oder andere Giftpfeil hin und her.

„Hätten die Offenburger ihre Marschrichtung der ersten 20 Minuten durchgezogen, wäre es sicher schwer für uns geworden“, gab Thorsten Damm zu. Doch die Offenburger konnten das wahnsinnige Tempo nicht halten, zudem fand auch die Sport-Union fand nach und nach besser ins Spiel. Die Gäste erarbeiteten sich in der Folge ein Übergewicht, auch weil die Offenburger mit Torjäger Martin Hess ihre liebe Mühe hatten: „Ihn konnten wir nie kontrollieren“; sagte auch OFV-Trainer Marc Lerandy. Nachdem in der 27. Minute noch ein Kopfball von Sebastian Kappes von der Torlinie geschlagen wurde, durfte die NSU in der 30. Minute endlich jubeln. Und es war wie so oft in dieser Saison, Marcel Gerstle bereitete mit einem grandiosen Pass vor, Martin Hess vollendete eiskalt.

Und auch in der Folge war die Sport-Union die spielbestimmende Mannschaft. In der 38. Minute kam die Kugel nach einer feinen Kombination über Henrik Hogen und Marcel Busch zum freistehenden Marcel Gerstle, der jedoch aus halblinker Position am leeren kurzen Eck vorbeizielte. Fünf Minuten später ein fast identischer Spielzug, diesmal kam Marcel Busch aus fünfzehn Metern freistehend zum Schuss, doch auch er verfehlte haarscharf.

Umso bitterer war, was sich in der dritten Minute der Nachspielzeit ereignete. Wiederum war die Neckarsulmer Defensivmitte nur unzureichend besetzt, Nutznießer Fabian Spieler erzielte die abermaligen Offenburger Führung. „Das war schon sehr ärgerlich und ein stückweit naiv, so kurz vor der Halbzeit. Wir haben beide Gegentore abgeschenkt“, ärgerte sich Thorsten Damm. Sein Gegenüber Marc Lerandy gab zu bedenken, „dass die NSU kurz zuvor zwei Riesenbretter hatte, von daher war unsere Pausenführung sehr glücklich.“

Der zweite Durchgang begann mit einem Neckarsulmer Paukenschlag. Martin Hess erlief einen komplett verunglückten Pass des Offenburger Artur Breitinger und bezwang den OFV-Torwarthünen Dominik Bergdorf erneut aus kurzer Distanz – 2:2 (48.). Es war bereits der 9. Saisontreffer des Neckarsulmer Kapitäns. Wie so oft erwies sich die Neckarsulmer Elf die Mentalität eines Stehaufmännchens, holte gleich zwei Rückstände auf.

Die zweite Hälfte verlief aber insgesamt erheblich unspektakulärer als noch der erste Durchgang. Mehr Ballbesitz hatten die Gastgeber, die zwar weiterhin ballsicher agierten, nun jedoch die Gradlinigkeit der ersten halbe Stunde vermissen ließen. Einzig in der 54. Minute musste die NSU nochmals zittern, als ein Freistoß von Adrian Vollmer den rechten Außenpfosten küsste. Die Sport-Union kämpfte weiterhin bravourös, tat sich aber ebenfalls schwer, in der Offensive Torchancen zu kreieren. Insgesamt waren die zweiten 45 Minuten ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Gäste, so blieb es am Ende beim insgesamt leistungsgerechten 2:2-Unentschieden.

„Ich kann der Mannschaft heute wirklich eine starke Leistung attestieren. Dass wir heute zweimal zurückgekommen sind wiegt die beiden ärgerlichen Gegentore mehr als auf. Wir fahren, abgesehen von Philips Verletzung, mit einem guten Gefühl nach Neckarsulm, so Thorsten Damm. Sein Gegenüber Marc Lerandy war weitaus weniger entspannt: „Mit dem Unentschieden müssen wir zufrieden sein. Aber wir sind natürlich enttäuscht, weil wir uns mehr erhofft hatten. Ich war heute in punkto Dynamik, Spannung und Körpersprache absolut nicht einverstanden.“

NSU: Susser, Gotovac, Klotz, Kappes, Seybold (16. R. Neupert), Marche, Busch, Schneckenberger, Gerstle (69. Öztürk), Hogen (65. Müller), Hess

 
 
Bilder zum Spiel:
 
Ein Offenburger Werbebanner, das bei unserer Entourage Aufmerksamkeit erregte
Auch Thorsten Damm scheint darüber zu schmunzeln
Auch der ein oder andere Zugpassagier konnte einen kurzen Blick auf das Spielgeschehen erhaschen
Diese kleine Zuschauer zeigt, für welchen Club sein Herz schlägt
Leo Wallmann führt sich das Offenburger Stadionmagazin zu Gemüte
Vor dem Einlaufen
Gute Laune auch bei den mitgereisten NSU-Fans
Unsere Starting Eleven
Erste Großchance der NSU durch Pascal Marche...
doch der Offenburger Keeper Bergdorf kann parieren
Philipp Seybold klärt vor Fabian Spiegler
Foul von Jan Kahle an Martin Hess
Philipp Seybold hier noch am Ball, kurz darauf ereilte ihn ein Kopf-Zusammenprall
Die Schockszene der Begegnung, Philipp benommen am Boden
Für ihn kam Robin Neupert in die Begegnung
Marcel Gerstle konnte trotz Muselverletzung spielen
Der Ausgleich: Martin Hess vor Keeper Bergdorf...
... und drin das Ding!
Torjubel vor den Fans der Gastgeber
Neckarsulmer Torjubel
Es brannte in der Folge öfters im Offenburger Strafraum
Foul an Martin Hess
Ein typischer "Kappo" - so den Hals verrenken kann nur Sebastian Kappes
Marcel Gerstle schirmt das Leder gegen Dimitrios Tsolakis ab
Dann wurde es ruppiger auf dem Feld - Gelb für Manuel Vollmer
Beherzter EInsatz von Marcel Gerstle gegen Artur Baitinger
Kurz vor Anpfiff der zweiten Halbzeit
Und nur wenig später ist der Ball schon wieder drin - 9. Saisontor von Martin Hess
Danach gab es noch einen kleinen Disput
Man muss schon sagen, die Offenburger haben ein wirklich tolles Stadion
Henrik Hogen kommt einen Schritt zu spät
Heni im Ballbesitz
Robin Neupert
Marcel Gerstle schwebt über dem Ball
Marc Schneckenberger
Pascal klärt fair gegen Marco Junker
Martin setzt sich durch
Pascal Marche gegen Yannick Lawson
Doppelpack trotz Erkältung: Martin Hess
Marcel Susser im neuen Trikot
Marius Klotz
Nach dem Abpfiff: Der Trainer und sein Kapitän